Max Nastold
Rebenretter der ersten Stunde — mit Blick fürs Ganze und Herz für die Lagen.
Vier Menschen. Ein Versprechen.
Als sich für das Weingut in der Stadt keine Nachfolge fand, drohte den Reben die Rodung. Vier Baden-Badener Unternehmer haben die Kulturlandschaft bewahrt — und führen das Lebenswerk von Heinz J. Knapp weiter. Kulturgut, kein Kalkül.
Das Vermächtnis
Architekt · Winzer · Gründer des Stadt-Weinguts
Heinz J. Knapp war jahrzehntelang einer der prägendsten Architekten Baden-Badens und Mittelbadens — und ist im Ruhestand voller Überzeugung unter die Winzer gegangen. Zwei Berufe, ein Prinzip: dem Ort etwas zurückgeben, das bleibt.
Aufgewachsen in Achern in einer Familie, die seit vier Generationen mit Architektur verbunden ist. Studium an der Technischen Hochschule Karlsruhe (heute KIT) bei Egon Eiermann, Diplom 1955. Nach vier Jahren in Stockholm und einer Station am Hochbauamt der Universität Tübingen macht Knapp sich 1961 in Baden-Baden selbstständig. Bereits 1962 wird er in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen; von 1971 bis 1991 ist er Vorsitzender der BDA-Kreisgruppe Baden-Baden/Rastatt/Ortenaukreis, von 1972 bis 1980 Baden-Badener Stadtrat.
Ab Mitte der 1980er Jahre — parallel zum Architekturbüro, das heute sein Sohn führt — erfüllt sich Knapp einen Kindheitstraum: 1986 die erste Ernte auf dem eigenen Weingut Château L’Arnaude bei Lorgues in der Haute-Provence. Nach 2005 kehrt der Fokus nach Baden-Baden zurück. 2012 übergibt die Stadt sechs Hektar städtischer Rebflächen am Silberbuckel, Eckberg und Schafberg in seine Obhut — das einzige Weingut innerhalb der historischen Stadtgrenzen Baden-Badens.
Ausbildung bei Egon Eiermann prägt Knapps Handschrift. „Eiermann hat mich mit seinem starken Charakter geprägt“, sagt er in einem BNN-Interview. Als junger Architekt zieht es ihn zunächst nach Skandinavien — vier Jahre Stockholm, dort lernt er auch seine Frau Anita kennen. 1959 holt ihn Horst Linde, Chef der Hochbauverwaltung im Finanzministerium Baden-Württemberg, als leitenden Mitarbeiter ans Hochbauamt der Universität Tübingen. Parallel gewinnt Knapp drei Architektenwettbewerbe in Mittelbaden: die Schulen in Waldulm, Scherzheim und Ottersweier.
1961 macht er sich in Baden-Baden selbstständig. Sein Umbau des Vincentiushauses (1975/76) wird vom BDA mit der Hugo-Häring-Auszeichnung geehrt, dem ältesten und wichtigsten Architekturpreis in Baden-Württemberg — ein frühes Musterbeispiel für Bauen im Bestand, lange bevor der Historismus im Denkmalschutz ankam. 1980 folgt der Neubau der ehemaligen Dresdner Bank am Augustaplatz, dessen Fassade sich behutsam am Vorgänger orientiert. Als BDA-Vorsitzender und Stadtrat hilft Knapp, den autogerechten Ausbau der Innenstadt zu stoppen — die Grundlage für den späteren Michaelstunnel und für das Baden-Baden, das heute Teil des UNESCO-Welterbes ist.
2010 gründet er die Knapp-Stiftung für Architektur und Städtebau. Teile seines Planarchivs liegen im SAAI, dem Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau am KIT — einem der bedeutendsten Architekturarchive Deutschlands. 2024 stellte Knapp zum 95. Geburtstag seine vom Münchner Historiker Dr. Florian Neumann verfasste Biografie vor.
Quellen: Laudatio Dr. Ulrich Coenen (LinkedIn Pulse, 2024) · BNN-Interviews zum 90. Geburtstag · bonvinitas.com · weinhelden.de
Was er der Stadt hinterlässt, ist mehr als ein Betrieb: Weinberge als lebendiges Kulturgut, mitten in Baden-Baden. Dieses Vermächtnis tragen die Rebenretter weiter.
Heinz J. Knapp übernimmt ein Weingut in Südfrankreich und führt es an die Spitze der meistprämierten Weine der Region.
Die Erfahrung aus dem Süden kommt heim: Knapp beginnt, sein Können in seiner badischen Heimat umzusetzen.
Knapp bewirtschaftet die historischen Rebflächen des Klosters Lichtenthal — das einzige Weingut innerhalb der Stadtgrenzen.
Ein Rundgang um Eckberg und Schafberg lädt die Stadt in ihre Reben ein — vier Stationen zu Reben, Flora, Fauna und Landschaft.
Ohne Nachfolge drohte den Reben die Rodung. Vier Baden-Badener Unternehmer — Matthias Vickermann, Stephan Jager, Max Nastold und Marc Schuhmacher-Längle — bewahren die Weinberge. Verstärkt durch einen erfahrenen Kellermeister und einen bekannten Önologen mit Handschrift bei Schloss Eberstein und Weingut Nägelsförst sichern sie die önologische Kontinuität.
Aus der Region, für die Region
Sie haben sich zusammengeschlossen, um die Weinberge von Baden-Baden zu bewahren — nicht als Investment, sondern aus Überzeugung.
Rebenretter der ersten Stunde — mit Blick fürs Ganze und Herz für die Lagen.
Geschäftsführer der Weingut Knapp & Co. GmbH — verwurzelt in Baden-Baden.
Rebenretter aus Überzeugung — vom Rebschnitt bis zum fertigen Wein.
Unternehmer aus der Region — damit Herkunft in Baden-Baden Zukunft hat.
Vertreten bei Falstaff
Ausgewählte Falstaff-Bewertungen der Weine aus Baden-Baden — verkostet und benotet durch Ulrich Sautter (2022).
Rotwein aus der Lage Eckberg — verkostet von Ulrich Sautter im Jahr 2022.
Zur Bewertung ↗Der klassische Pinot Noir des Guts — 91 Falstaff-Punkte im Jahrgang 2019.
Zur Bewertung ↗Frischer Sauvignon Blanc mit Ausbauhinweisen aus Sautters Verkostung.
Zur Bewertung ↗Zusätzlich in einer Blindverkostung am 23.09.2024: 90–92 bonvinitas-Punkte für Pinot Noir, Riesling, Grüner Veltliner, Pinot Blanc und Sauvignon Blanc.
Pressestimmen
Badische Neueste Nachrichten (BNN)
„Das Weingut Knapp in Baden-Baden stellt die Weichen für die Zukunft. Dabei geht es auch um die historischen Reblagen — und um das Landschaftsbild der Welterbestadt.“
Zum Artikel ↗Badische Neueste Nachrichten (BNN)
„Nach seiner Karriere als Architekt hat sich Heinz Knapp auch als Winzer einen Namen gemacht.“ Über die Pläne für einen Weinkeller in Lichtental und die Zukunft der historischen Rebhänge.
Zum Artikel ↗baden-baden.com · Baden-Baden Tourismus GmbH
Der offizielle Eintrag der Stadt-Tourismusgesellschaft — mit Lagen vom Jagdhaus Hubertus (1716 von Markgräfin Sibylla Augusta erbaut) bis zu Eckberg, Silberbuckel und Schafberg.
Zum Eintrag ↗Herkunft braucht Zukunft
Jede Flasche aus unserem Shop trägt dazu bei, dass die Weinberge Baden-Badens bleiben, was sie sind: ein Kulturgut mitten in der Stadt.